Johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem

151115_BrahmsRequiem_3Am Sonntag, den 15.11.2015 um 17 Uhr ist es soweit: mit dem „Deutschen Requiem“ wird die Kantorie Johannisthal das bisher größte Projekt zu Gehör bringen. Wir danken schon jetzt allen Spendern, die uns im Vorfeld unterstützt haben und freuen uns auf viele Gäste in der schönen Christuskirche in Oberschöneweide!

„Sein Joch ist sanft, die Last ist leicht …“

Händels „Messias“ mit der Kantorei Johannisthal

Vielleicht ist es gerade diese Textstelle aus dem Matthäus-Evangelium – der im „Messias“ eine ganze Chorfuge gewidmet ist – die am 16. November in der Christuskirche Berlin-Oberschöneweide das christliche Mysterium, die tief bewegende Leistung der Ausführenden, die Zuhörer und den Komponisten auf den Flügeln einer Musik verband, die nach der (ärztlicherseits unerwarteten) Genesung ihres Schöpfers von einem schweren Schlaganfall entstand. Zumindest ist es nicht abwegig, wenn Stefan Zweig literarisch* vermutet, dass dieses „Wunder“ eine starke Kraftquelle bei der Entstehung des „Messias“ gewesen sein muss, den Händel in nur 24 Tagen schuf. Jedenfalls hat jenes Werk selbst die Kraft, das sanfte und dennoch mühevolle Probenjoch nicht nur zur leichten Last, sondern zum erhebenden Erlebnis werden zu lassen, wenn der Begeisterungsfunke zwischen Chorleiter (Martin Fehlandt) und Ensemble – wie hier geschehen – auch auf die Hörer überspringt.
Die Aufführung war vom ersten Takt an von einer gemeinsamen Hingabe geprägt, die an Intensität nichts zu wünschen übrig ließ und zu einer Gesamtleistung führte, die einen Markstein im Konzertleben der Christuskirche, aber auch der Johannisthaler Kantorei darstellt, mit der Martin Fehlandt seit Jahren ein klingendes Lebenswerk zum Erlebniswerk formt. Dabei zeigte sich einmal mehr, mit welcher opernversierten Direktheit Händel Affekte in klang-rethorische Gestik umzusetzen wusste und das Publikum heute wie damals zu erreichen vermag, wobei er sich hier einer bewährten Dramaturgie aus solistischen Elementen (Rezitative, Arien und Ariosos), Chören und in diesen zuweilen auch sinnfälliger Tempowechsel sowie eines (Charles Jennens zugeschriebenen) Librettos bediente, das auf Bibelstellen zurückgeht und intentional so passend gewesen sein mag, dass jeder Part zu einem Wurf geriet, der an Ausdruckskraft und Schönheit seinesgleichen sucht, was von allen Mitwirkenden überzeugend und vielfach großartig vermittelt werden konnte.
Dazu haben sowohl der gediegene Musiziergeist der Camerata Instrumentale Berlin, als auch die hohe Gesangskultur von Doerthe Maria Sandmann (Sopran) und Ines Muschka (Alt), die eindrucksvollen Stimmen von Christoph Leonhardt (Tenor) und Martin Schubach (Bass) und nicht zuletzt das hinreißende Zusammenspiel von Chor- und Dirigentenleistung beigetragen, die im Detail zu würdigen hier leider unterbleiben muss.
Welche Wirkung diese überkonfessionelle Sprache entfalten kann, wenn sie so gesprochen wird, wurde nach dem Schlusston offenbar, als der Beifall spontan in einen Begeisterungssturm überging, wie er sonst in diesem Metier in Kirchen kaum zu finden ist. Sind es nicht immer solche Augen- bzw. Ohrenherzblicke gewesen, die verhärtete Fronten aufzulösen vermochten, wo kein anderes Mittel mehr half? Und ist es naiv oder christlich, zu fragen, ob es nicht besser wäre, alle Rüstungsmittel für Chöre auszugeben, um weltweit den Frieden zu ersingen, wo man jetzt Kriegstrommeln rührt?

Wolf Bergelt
(* Stefan Zweig, Georg Friedrich Händels Auferstehung, in: Sternstunden der Menschheit)

Passionsmusik am 06. April um 17:00 Uhr in Johannisthal

Schon immer haben das Leiden und Sterben Jesu Christi die Komponisten aller Zeiten zu großen Werken animiert, man denke nur an die großen Passionen von H. Schütz und J.S. Bach. Aber auch viele kleine musikalische Edelsteine sind unter den Vertonungen der Passionstexte zu finden. Textdichter wurden zu eigenen Passionstexten inspiriert, die dann ebenso vertont wurden.

Es erklingen Werke von H. Schütz, J.S. Bach, G.F. Händel, M. Haydn, J. Rheinberger u.a., also aus der Fülle der musikgeschichtlichen Epochen. Interessant, wie die verschiedenen Komponisten in verschiedenen Zeiten mit diesen Texten umgehen.

Sie sind eingeladen, solche Edelsteine der Musik am 6. April im Johannisthaler Gemeindezentrum zu hören.

Gestaltet wird diese Chor – und Orgelmusik vom Chor der Treptower Gemeinde, vom Chor der Johannisthaler Gemeinde und der Johannisthaler Kantorei unter der Leitung von Barbora Yhee und Martin Fehlandt.

Ich freue mich auf Sie, Ihr Martin Fehlandt

Konzert: Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach

Samstag, 7. Dezember 17.00 Uhr in der Christuskirche Oberschöneweide.

131207_WOWeihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach

Kantaten 1 – 3

Johannisthaler Kantorei
Camerate instrumentale

Doerthe Maria Sandmann (Sopran)
Ines Muschka (Alt)
Christoph Leonhard (Tenor)
Martin Schubach (Baß)

Leitung: Martin Fehlandt

Eintritt 15€, ermäßigt 12€  – Vorverkauf in den Gemeindebüros Oberschöneweide und Johannisthal und an der Abendkasse

Konzert der Kantorei Johannisthal mit der Pianistin Tamara Kornemann am 18. August

Am 18. August, 17.00 Uhr, wird in unserem akustisch neugestalteten Kirchsaal ein besonderes Konzert stattfinden. In der Reihe der Konzerte des Fördervereins für die Kirche Johannisthal erleben Sie eine Musik, die auf Frühling und Sommer abgestimmt ist. Chor- und Klaviermusik der Romantik wird Sie verzaubern. Kompositionen von Schubert, Schumann, Mendelssohn, Brahms, Dvořák und anderen erklingen. Die Kantorei wird alleine singen, in Begleitung mit Klavier, Klavier solo, Männerchor, Frauenchor…

Ein bunter Blumenstrauß hauptsächlich weltlicher Musik soll Freude bringen.

Ich lade ganz herzlich dazu ein und freue mich auf Ihr Kommen!

Martin Fehlandt

Passionsmusik: J.S. Bach und D. Buxtehude – Choräle der Motette „Jesu meine Freude“ und Kantaten aus dem Passionszyklus „Membra Jesu Nostri“

Passionsmusik mit Andacht

J.S. Bach und D. Buxtehude

PlakatChoräle der Motette „Jesu meine Freude“ und Kantaten aus dem Passionszyklus „Membra Jesu Nostri“

Kantorei Johannisthal & Mitglieder der „Camerata Instrumentale Berlin“
Sopran – Doerthe Sandmann, Kathrin Ziegler
Bass – Sebastian Bluth
Leitung – Martin Fehlandt

Sonntag, 10. März 2013 – 17:00 Uhr

Ev. Kirche Johannisthal – Sterndamm 90

» Eintritt frei «

Wie im Himmel

Eine Sternstunde mit der Kantorei Johannisthal

Wer das Mozart-Requiem von weltbekannten Profi-Ensembles gehört hat und dennoch mit der Frage zurückblieb, warum stellenweise Langeweile aufkam, konnte am 18. November in der Christuskirche Berlin-Oberschöneweide erleben, dass die Antwort darauf nicht im Werk, sondern in dessen Auffassung zu finden ist und im Idealfall für das Werk und die Interpreten sprechen kann. Dass diese Einsicht von der Kantorei Johannisthal (Berlin), also einem Laienchor vermittelt wurde, zeigt einmal mehr, dass der Geist (und nicht Profiroutine) es ist, der den Ton lebendig macht.

Ein Funke davon leuchtete bereits im Schlusschoral der vorangehenden Bachkantate „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ (BWV 12) auf, nachdem das Instrumentalensemble „Camerata Instrumentale“ und die Gesangssolisten ihr (zweifellos vorhandenes) Potenzial leider nicht ausschöpfen konnten. Diese in Kirchenkonzerten mangels gemeinsamer Probenzeit häufige und deshalb durchaus verzeihliche Schwäche verschwand im Requiem vom ersten bis zum letzten Chorton in einem Gänsehauterlebnis, das seinesgleichen sucht und den Rezensenten unwillkürlich an den Film „Wie im Himmel“ erinnerte, in dem deutlich wird, wozu die gemeinsame Hingabe an ein Werk führen kann, wenn sie von liebevoller Begeisterung getragen ist, die auch den zwischenmenschlichen Bereich einschließt. Hier liegt das Geheimnis, Alltagsgrenzen hinter sich  zu lassen. Und so war die hochkonzentrierte Interaktion zwischen Chor und Chorleiter Martin Fehlandt nicht nur Ausdruck eines begnadeten Musikers und überzeugenden Interpretationskonzeptes, sondern zugleich auch einer allseitigen Verschmelzung im Geist.

Aufführung des Mozart-Requiem am 18. November 2012

Als Ergebnis entfaltete sich ein Spannungsbogen, der bis zum Schluss nie abriss, weil jeder Moment eindringliche Intensität und Bedeutung erlangte, die sich u. a. aus einem faszinierenden Chorklang, plastischer Stimmführung, expressiver Rhetorik und idealen Tempi ergaben, die gleichsam aus der rhythmischen Sprache der Themen geboren waren. Welche beharrliche hingebungsvolle Arbeit hinter einer solchen künstlerischen Gemeinschaftsleistung steckt, lässt sich wohl (nur) erahnen. Die Aufführung wurde zu einer jener seltenen Sternstunden, deren Magie Menschen mit so ursprünglicher Kraft erfasst, dass sich eine religiöse Stimmung wie von selbst einstellt. Wie stark diese Wirkung hier wurde, war in der anhaltenden Schlussstille zu spüren, in die das Verklungene weiter hineinzuwachsen schien, bis dann doch nicht enden wollender Beifall und eine Zugabe folgten.

Angesichts solcher Ereignisse in zumeist übervollen Kirchen liegt auf der Hand, dass es die unmittelbaren Schöpferkräfte sind, die den Gegenwartsmenschen ansprechen und in die Zukunft tragen wollen, während das mittelbare theologisch-ideologische Element an Einfluss verliert. Es wäre ein folgenschwerer innerkirchlicher Fehler, sich dieser Einsicht zu verschließen. Denn mangelnde Förderung der Zukunftskräfte hat das Überlebte nie zu retten vermocht.

Wolf Bergelt

via Evangelische Kirchengemeinde Johannisthal