{"id":677,"date":"2015-11-17T06:04:30","date_gmt":"2015-11-17T05:04:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kantorei-johannisthal.de\/?p=677"},"modified":"2020-04-13T14:47:24","modified_gmt":"2020-04-13T12:47:24","slug":"677","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kantorei-johannisthal.de\/?p=677","title":{"rendered":"Rezension zum Konzert am 15.11.2015"},"content":{"rendered":"<h1><a href=\"http:\/\/www.kantorei-johannisthal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/151115_BrahmsRequiem_3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-625 alignleft\" src=\"http:\/\/www.kantorei-johannisthal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/151115_BrahmsRequiem_3-197x300.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 85vw, 197px\" alt=\"151115_BrahmsRequiem_3\" width=\"197\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.kantorei-johannisthal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/151115_BrahmsRequiem_3-197x300.jpg 197w, http:\/\/www.kantorei-johannisthal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/151115_BrahmsRequiem_3.jpg 323w\" \/><\/a>\u201eIch will Euch tr\u00f6sten, wie einen seine Mutter tr\u00f6stet \u2026\u201c (Jesaja 66,13)<\/h1>\n<h2>Das Brahms-Requiem mit der Kantorei Johannisthal<\/h2>\n<figure id=\"attachment_674\" aria-describedby=\"caption-attachment-674\" style=\"width: 329px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.kantorei-johannisthal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_7199k.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-674\" src=\"http:\/\/www.kantorei-johannisthal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_7199k-300x200.jpg\" alt=\"Willy Groening cc-by-nc-sa de 3.0\" width=\"329\" height=\"219\" srcset=\"http:\/\/www.kantorei-johannisthal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_7199k-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.kantorei-johannisthal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_7199k-624x416.jpg 624w, http:\/\/www.kantorei-johannisthal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_7199k.jpg 854w\" sizes=\"auto, (max-width: 329px) 85vw, 329px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-674\" class=\"wp-caption-text\">Johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem<br \/> 15. November 2015 in der<br \/> Christuskirche Obersch\u00f6neweide<br \/> Willy Groening cc-by-nc-sa de 3.0<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ja, die tote Mutter war es, ihr Menschentrost und der noch fr\u00fcher verstorbene Freund Ro-bert Schumann, die in ihm weiter lebten und Brahms zu seinem Requiem inspirierten. Und zweifellos auch Clara Schumann, zu der er eine tiefe Liebe empfand. Deshalb mussten es menschliche Gef\u00fchle sein, die er mit frei gew\u00e4hlten deutschen Bibeltexten verband. Aber auch das war schon ein Kompromiss, denn am liebsten h\u00e4tte er auf Worte ganz verzichtet und stattdessen den Menschen selbst gesetzt. Er wusste es dennoch zu tun: in seiner Musik. In ihr ist Brahms auf klangf\u00fchlende Weise ein Mensch geworden, der uns &#8211; immer wieder &#8211; in seinen Menschen-Himmel tr\u00e4gt. Um das tun zu k\u00f6nnen, musste er die klassische (lateinische) Totenmesse hinter sich lassen und in die sinfonische Form ausbrechen. Nur dort war er frei, seine Empfindungen so zu empfangen, wie sie ihn suchten: selig (Satz I und VII), dramatisch (Satz II und VI), dialogisch verschmelzend (S\u00e4tze III und V), lieblich (Satz IV), fast immer aus dem Leid \u00fcber die Trauer in den Trost gelangend. Dabei offenbart sich ein Ausdrucksreich, das d\u00fcstere Farben, kraftvoll emporwachsende, strahlende Gewissheit und z\u00e4rtliche W\u00e4rme zu einem gro\u00dfen Ganzen verbindet, das nach einem gro\u00dfen Klangk\u00f6rper und k\u00fcnstlerisch anspruchsvoller Leistung verlangt, die nur wenigen Laiench\u00f6ren ganz gelingt.<br \/>\nDie Kantorei Johannisthal konnte am vergangenen Sonntag unter der Leitung von Martin Fehlandt gemeinsam mit Katrin Ziegler (Sopran), Martin Schubach (Bariton) und der Camerata Instrumentale Berlin in der (mit vielen Stehpl\u00e4tzen \u00fcberf\u00fcllten) Christuskirche Berlin-Obersch\u00f6neweide einmal mehr zeigen, dass sie zu den ganz gro\u00dfen Ausnahmeerscheinungen geh\u00f6rt. Die durch viele Jahre gewachsene magische Verbundenheit zwischen Chorleiter und Chor vermochte alle Beteiligten vom ersten bis zum letzten Ton in einer gemeinsamen Hingabe an das Werk zu vereinen, die sich \u00fcbertrug, zutiefst ber\u00fchrte und offenbarte, was Clara Schumann meinte, als sie schrieb: \u201eIch kann\u2019s, wie Du ja wei\u00dft, nie so recht in Worte fassen, aber ich empfinde den ganzen reichen Schatz dieses Werkes bis ins Innerste, und die Begeisterung, die aus jedem St\u00fccke spricht, r\u00fchrt mich tief, daher ich mich auch nicht enthalten kann es auszusprechen.\u201c Nicht zuletzt die eindringliche Intensit\u00e4t, mit der sowohl die poesievollen lyrischen als auch die kraftvollen S\u00e4tze plastisch und sinnf\u00e4llig herausgearbeitet wurden, aber auch die freie offene Strahlkraft des Chorklanges, der sofort die Seele \u00f6ffnet, haben zu diesem unvergesslichen Ereignis beigetragen.<br \/>\nWie stark und unmittelbar die Auff\u00fchrung wirkte, zeigte sich, nachdem der letzte Ton verklungen war, als sich nach anf\u00e4nglicher Stille ein lang anhaltender frenetischer Beifall entlud, der seinesgleichen sucht. Er darf durchaus als Antwort auf ein Werk verstanden werden, das humanisierende Spuren in der Welt zu hinterlassen vermag \u2026<br \/>\nWolf Bergelt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch will Euch tr\u00f6sten, wie einen seine Mutter tr\u00f6stet \u2026\u201c (Jesaja 66,13) Das Brahms-Requiem mit der Kantorei Johannisthal Ja, die tote Mutter war es, ihr Menschentrost und der noch fr\u00fcher verstorbene Freund Ro-bert Schumann, die in ihm weiter lebten und Brahms zu seinem Requiem inspirierten. 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