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Online-Andachten – ein Gedicht

Einstens im März, da wurde klar,
das nichts mehr so wie vorher war.
Geht nicht raus – bleibt zu Hause,
alles And’re hat nun Pause.

Mit lieben Freunden nicht mehr treffen,
auch nicht mit Tanten, Onkels, Neffen,
nicht lassen hoch die Gläser schwingen
und vor allem: Nicht mehr singen?


Der Martin an der Orgel saß
und hatte leider nicht viel Spaß,
Choräle in die Tasten schreiben,
derweil Gesang tat aus nun bleiben.

Egal, er ließ die Finger walten,
ein Handy hat es festgehalten,
das Spiel ward nun per Mail verschickt,
die Kantorei war sehr beglückt.

Mit ganz viel Technik wir’s probiert,
Audacity heranzitiert,
dann vor dem Mikro sich blamiert,
und dann ganz langsam sich geziert,


auch einzeln, ohn‘ des Chores Klang,
nur selbst sich hörend beim Gesang,
taten wir bei der Orgel Klingen
unsre Stimmen nun einsingen.

Der Dietmar hat in einer Nacht
die Einzelsounds zusamm’ngebracht.
Und so entstand – welch schöner Klang –
zum Gottesdienst: Gemeindeg’sang.

Auch Julika ward nun gewonnen –
wir haben es dann aufgenommen,
wie unsre Pfarr’rin sich musst quälen
die Predigt dreimal zu erzählen.

Dazu Gebet, Begrüßung, Segen,
und wie Bienen sich bewegen,
all‘ das und manches Ungenannt‘
wir auf die Kamera gebannt.

Es ließ sich leider nicht vermeiden:
Jemand musst‘ das Ganze schneiden:
Das hat die Anja dann vollbracht
den ganzen Tag (und auch die Nacht).

Nun können wir auf YouTube gehen
und dort die Andacht uns ansehen.
Bleibt gesund, es grüßt euch froh
spätabends dichtend – Mario

Die Online-Andachten finden Sie hier auf der Webseite und auf dem Youtube-Kanal der Gemeinde

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J.S.Bach: Weihnachtsoratorium

Jauchzet!

Für viele Musikbegeisterte beginnt Weihnachten erst mit den berühmten Paukenschlägen und den darauffolgenden Trompeteneinsätzen dieses in der ganzen Welt berühmten Werkes.

Ob Eingangschor „Jauchzet, frohlocket“, die Bass-Arie „Großer Herr und starker König“, die Alt-Arie „Bereite dich, Zion“, oder „Schlafe, mein Liebster“, die Hirtensinfonia und und und… – alles „Hits“ der klassischen Musik.

Das Weihnachtsoratorium von Bach ist ein Werk voll größter Freude und tiefster Innigkeit, lassen Sie sich mitnehmen von den schönen Chorälen, jubelnden Chören und feiern Sie mit uns die Vorfreude auf das Fest.

Vorverkauf

Die Eintrittskarten können für 18 € (ermäßigt 12 €) in folgenden Gemeindebüros zu den Öffnungszeiten erworben werden:

Johannisthal Sterndamm 90 12487 Berlin Tel.: 030/636 13 48
Di.: 10:00 – 13:00 Uhr Fr.: 15:00 – 18:00 Uhr

Oberschöneweide Firlstraße 16 12459 Berlin Tel.: 030/535 31 55
Di.: 15:00 – 18:00 Uhr Do.: 9:00 – 12:00 Uhr

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W.A. Mozart: Große Messe c-Moll

Unvollendet

Und doch: die Missa c-Moll, KV 427, gilt als größte Messkomposition zwischen Bachs h-Moll-Messe und Beethovens Missa solemnis.

In diesem Werk stellt Mozart sein gesamtes kompositorisches Können unter Beweis. Höchste kontrapunktische Meisterschaft in den (teilweise sogar doppelchörigen) Chören steht neben hochvirtuosen Arien, Duetten, Terzetten und Quartetten der Solisten.

Wie auch beim Requiem gibt es mehrere gelungene Versuche, diesen grandiosen Torso zu vollenden und der Praxis zugänglich zu machen. In diesem Konzert erklingt die Rekonstruktion und Ergänzung durch Helmut Eder, die nach neuesten Erkenntnissen erfolgt ist.

Lassen Sie sich mitnehmen, begeistern und erfüllen von einem der grössten Werke der Musikgeschichte!

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Konzert zum Ewigkeitssonntag

25. November 2018
um 17:00 Uhr
in der Kirche Johannisthal

Am 25. November diesen Jahres begehen wir den Totensonntag. Im Gedenken an unsere Verstorbenen und der Hoffnung auf das ewige Leben, heißt er für uns Christen: Ewigkeitssonntag.

Immer wieder machen sich Künstler daran, Unsagbares in Worte, Bilder oder Musik zu formen. Ganz alte Texte sind biblische Psalmen, die sich mit diesem Thema befassen. Es sind wunderbare Texte, die wir zumeist in der Übersetzung Martin Luthers kennen.

Der Psalm 84 ist besonders schön:

„Wie lieb sind mir Deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn…“

Die Johannisthaler Kantorei wird, gemeinsam mit Solisten und Instrumenten, v.a. diesen Psalm in verschiedensten Vertonungen von H. Schütz, J, Brahms, J. Rheinberger und anderen zu Gehör bringen. Dazu wird besonders herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei, um eine Spende zur Durchführung von Kirchenmusiken in unserer Gemeinde wird gebeten.

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Dieses ist ein Termin, den wir uns vormerken sollten!

Die Kantorei Johannisthal (Leitung: Martin Fehlandt) wird gemeinsam mit der Rixdorfer Kantorei (Leitung: Anke Mayer) und den Solisten Kathrin Ziegler, Ines Muschka, Ralph Eschrig, Martin Schubach, sowie dem Orchester „Camerata instrumentale“ ein besonderes Konzert geben.

1809 ist das Jahr, in dem Felix Mendelssohn-Bartholdy geboren wurde und in dem Joseph Haydn starb. Mit nur 20 Jahren schrieb Mendelssohn eines der schönsten kirchen-musikalischen Werke der Romantik, die Vertonung des 42. Psalms „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir!“ Mendelssohn selbst bekannte, dass es eins der besten Sachen sei, die er komponiert hatte. Ein wahrer Ohrenschmaus!

Joseph Haydn steht immer etwas im Schatten der anderen beiden großen Klassiker, Mozart und Beethoven. Dass er so etwas nicht verdient hat, zeigt uns deutlich seine Messe in d-Moll, die sogenannte „Nelsonmesse“. Sie hat ihren Namen bekommen, als sie zum Besuch des Lord Nelson beim Fürsten in Esterhazy, Haydns Brotherren, aufgeführt wurde. Haydn selbst hat ihr den Namen „In Angustiis“ gegeben, in „Zeit der Bedrängnis“. In dieser Messe zieht er alle Register seines Könnens. Zwischen seinen beiden großen Oratorien, der Schöpfung“ und den „Jahreszeiten“ geschrieben, stellt es einen der reifsten kirchenmusikalischen Werke der Klassik überhaupt dar und ist wohl Haydns bekannteste Messe. Vom Aufschrei über tiefempfundene, innige Melodien bis hin zu virtuosen Arien und Chorfugen, ist eine riesige Bandbreite der Haydnschen Musik zu erleben.

Lassen Sie sich berühren von zwei wunderbaren Werken, die nicht so oft auf den Programmen der großen Konzerte stehen, es aber mehr als verdient haben. Ich lade dazu ganz herzlich ein!

Ihr Martin Fehlandt

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Rezension: Die Johannes-Passion mit der Johannisthaler Kantorei

Was ist das, wenn sich heute eine Kantorei so mit einer über zweitausend Jahre alten Leidensgeschichte verbindet, dass wir sie als aktuelle Wahrheit erleben? Einfühlungsvermögen, eine in und aus sich selbst wirkende zeitlose Kraft, der Genius Joh. Sebastian Bachs, der besondere Geist der Chorgemeinschaft oder alles zugleich? Jedenfalls wurde die überfüllte Christuskirche Berlin-Oberschöne-weide am 9. April 2017 einmal mehr von einem Ereignis berührt, das seinesgleichen sucht. Dabei war es – wie gewohnt – der einzigartige Musiziergeist des Chores „unter“ Martin Fehlandt, der das gesamte Ensemble zu inspirieren vermochte:

Zunächst Ralph Eschrig von der Deutschen Oper Berlin (Tenor), der den anspruchsvollen Part des Evangelisten ausdrucksreich und mit großer Intensität zu meistern wusste. Dann den vielseitig erfahrenen Matthias Jahrmärker vom Landestheater Eisenach, dessen beseelter entspannter Bariton für die Rolle des Jesus wie geschaffen ist. Hernach den bewährten Martin Schubach, der mit seinem gesunden kraftvollen Bass eindrucksvoll die Pilatus-Rolle „spielte“, aber auch die namhafte Ines Muschka (Alt) mit ihren gesangstechnisch ausgereiften wohltuenden Ruhepunkten. Doerthe Maria Sandmann musste sich leider im letzten Moment von Johanna Krumin vertreten lassen, so dass keine ausreichende Probenarbeit der Sopranpartien mehr möglich war – was den zutiefst bewegenden Gesamteindruck jedoch nicht trüben konnte, der immer wieder vom Chor ausging.

Schon die ersten Töne („Herr, unser Herrscher“) offenbarten, dass es sich hier nicht um Konditionierung, sondern um ein gemeinsames Herzensanliegen handelt. Der Chorklang ist so frei, geschlossen und tiefenwirksam zugleich, dass er sofort in die Gänsehaut holt. Keinerlei erzwingende Dominanz des Dirigenten, sondern ein Liebesverhältnis: gemeinsames Schwingen in einem gemeinsamen Geist, farbreich verwoben mit der Camerata Instrumentale Berlin, um damit souverän alle Gipfel affektiver Dramatik zu erreichen, wie sie Bach in keinem anderen Chorwerk so zahl- und formenreich errichtet hat, immer wieder von Chorälen durchsetzt, die in ihrer warm leuchtenden Innigkeit wie höhere Heimkehr erscheinen.

Jeder chorische Aufstieg gelang mit einer eindringlichen Sinnfälligkeit, die restlos überzeugte: sei es die fanatische Suche nach „Jesum von Nazareth…“, das sich bösartig zuspitzende „Bist Du nicht seiner Jünger einer?“, die trotzig-falsche Gewissheit „Wäre dieser nicht ein Übeltäter…“, die eifernde Gesetzestreue „Wir dürfen niemand töten“, die drängende Entscheidung zugunsten eines Mörders „Nicht diesen (Jesus), sondern Barrabam“, das lustvoll spottende „Sei gegrüßet, lieber Judenkönig!“, das sich erbarmungslos (und hochgenial) steigernde „Kreuzige! Kreuzige!“, die Unerbittlichkeit der beiden folgenden Fugen „Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben…“ und „Lässest Du diesen los, so bist Du des Kaisers Freund nicht…“, die abwärts durchkreuzigten Bisse „Weg, weg mit dem…“, das erschrockene „Wohin“ in der Arie „Eilt, ihr angefochtnen Seelen“, die fordernde Beharrlichkeit „Schreibe nicht: der Juden König…“, die als dichtes Lauffeuer dahin eilende Fuge „Lasset uns denn nicht zerteilen…“, der ergreifende Hoffnungsdialog „Mein treuer Heiland, lass dich fragen“ und das tiefe Loslassen im „Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine…“, bevor sich im Schlusschoral endlich Sehnsucht nach Ankunft in einer höheren Wahrheit aussprach, die eine lange anhaltende magische Stille hinterließ, bevor sich innere Freiheit zu gegenseitigem Beifall aller Beteiligten regte, bis der Schlusschoral noch einmal erklang…

Wer die Johannisthaler Kantorei erleben darf, fühlt, dass sich hier etwas vollzieht, was nicht mehr mit den üblichen Maßstäben des Kunstbetriebes messbar ist. Und wenn wir zugleich bedenken, dass es nicht einen einzigen historisch belastbaren Christus-Beweis gibt, nähern wir uns vielleicht der Ahnung, dass sich das „Mysterium von Golgatha“ (Rudolf Steiner) nur in und zwischen uns und möglicherweise auch in solchen Sternstunden ereignen kann.

Was ist das Schönste an einer Rose? – Dass es sie gibt. Und was ist das Schönste an der Johannisthaler Kantorei? Dass sie fühlbares Licht zu sein vermag…

Wolf Bergelt

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„Sein Joch ist sanft, die Last ist leicht …“

Händels „Messias“ mit der Kantorei Johannisthal

Vielleicht ist es gerade diese Textstelle aus dem Matthäus-Evangelium – der im „Messias“ eine ganze Chorfuge gewidmet ist – die am 16. November in der Christuskirche Berlin-Oberschöneweide das christliche Mysterium, die tief bewegende Leistung der Ausführenden, die Zuhörer und den Komponisten auf den Flügeln einer Musik verband, die nach der (ärztlicherseits unerwarteten) Genesung ihres Schöpfers von einem schweren Schlaganfall entstand. Zumindest ist es nicht abwegig, wenn Stefan Zweig literarisch* vermutet, dass dieses „Wunder“ eine starke Kraftquelle bei der Entstehung des „Messias“ gewesen sein muss, den Händel in nur 24 Tagen schuf. Jedenfalls hat jenes Werk selbst die Kraft, das sanfte und dennoch mühevolle Probenjoch nicht nur zur leichten Last, sondern zum erhebenden Erlebnis werden zu lassen, wenn der Begeisterungsfunke zwischen Chorleiter (Martin Fehlandt) und Ensemble – wie hier geschehen – auch auf die Hörer überspringt.
Die Aufführung war vom ersten Takt an von einer gemeinsamen Hingabe geprägt, die an Intensität nichts zu wünschen übrig ließ und zu einer Gesamtleistung führte, die einen Markstein im Konzertleben der Christuskirche, aber auch der Johannisthaler Kantorei darstellt, mit der Martin Fehlandt seit Jahren ein klingendes Lebenswerk zum Erlebniswerk formt. Dabei zeigte sich einmal mehr, mit welcher opernversierten Direktheit Händel Affekte in klang-rethorische Gestik umzusetzen wusste und das Publikum heute wie damals zu erreichen vermag, wobei er sich hier einer bewährten Dramaturgie aus solistischen Elementen (Rezitative, Arien und Ariosos), Chören und in diesen zuweilen auch sinnfälliger Tempowechsel sowie eines (Charles Jennens zugeschriebenen) Librettos bediente, das auf Bibelstellen zurückgeht und intentional so passend gewesen sein mag, dass jeder Part zu einem Wurf geriet, der an Ausdruckskraft und Schönheit seinesgleichen sucht, was von allen Mitwirkenden überzeugend und vielfach großartig vermittelt werden konnte.
Dazu haben sowohl der gediegene Musiziergeist der Camerata Instrumentale Berlin, als auch die hohe Gesangskultur von Doerthe Maria Sandmann (Sopran) und Ines Muschka (Alt), die eindrucksvollen Stimmen von Christoph Leonhardt (Tenor) und Martin Schubach (Bass) und nicht zuletzt das hinreißende Zusammenspiel von Chor- und Dirigentenleistung beigetragen, die im Detail zu würdigen hier leider unterbleiben muss.
Welche Wirkung diese überkonfessionelle Sprache entfalten kann, wenn sie so gesprochen wird, wurde nach dem Schlusston offenbar, als der Beifall spontan in einen Begeisterungssturm überging, wie er sonst in diesem Metier in Kirchen kaum zu finden ist. Sind es nicht immer solche Augen- bzw. Ohrenherzblicke gewesen, die verhärtete Fronten aufzulösen vermochten, wo kein anderes Mittel mehr half? Und ist es naiv oder christlich, zu fragen, ob es nicht besser wäre, alle Rüstungsmittel für Chöre auszugeben, um weltweit den Frieden zu ersingen, wo man jetzt Kriegstrommeln rührt?

Wolf Bergelt
(* Stefan Zweig, Georg Friedrich Händels Auferstehung, in: Sternstunden der Menschheit)

Sommerandacht

Liebe Kantorei,

die für heute um 15:00 Uhr geplante Sommerandacht im Freien der Gemeinde ist aufgrund einer Unwetterwarnung des DWD abgesagt und auf morgen (Sonntag) 15:00 Uhr verschoben. Es spielt ein regionales Blechbläserensemble.

Herzliche Einladung

Matthias