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Weihnachtsoratorium

Wohl kein Werk des musikalischen Abendlandes ist so tief in unserem Weihnachts-Gefühl verwurzelt, wie J. S. Bachs „Weihnachtsoratorium“, vielleicht noch das Lied“ Stille Nacht“.

Für mich und viele andere beginnt die Weihnachtszeit überhaupt erst mit eben dem „Weihnachtsoratorium“, mit dem berühmten Eingangschor „Jauchzet, frohlocket…“!

Wer ist nicht begeistert von der Arie „Großer Herr und starker König“, oder „Frohe Hirten, eilet“ oder „Schlafe, mein Süßer, genieße die Ruh“ und noch viel mehr!

Es ist ein großartiges, eingängiges und einzigartiges Werk, welches uns die Weihnachtsgeschichte nahebringt. Wir hören, als Antwort der Gemeinde gedacht, immer wieder bekannte Choräle, z.B. „Wie soll ich dich empfangen“ oder „Vom Himmel hoch“.

Nachdem wir durch die Coronaauflagen keine Musik zum Weihnachtskreis machen konnten, ist es umso schöner, dieses Jahr wieder diese festlichen Klänge hören zu dürfen.

Die Kantorei Johannisthal, zusammen mit Solisten und Orchester, freut sich auf viele musikhungrige Zuhörer. Wir laden besonders herzlich dazu ein.

Mit vorweihnachtlichen Grüßen

Martin Fehlandt

Vorverkauf:

Die Karten kosten abhängig von Sitzplatz und Ermäßigung zwischen 20 € und 5€, sie können in den Gemeindebüros und an der Abendkasse erworben werden:

Oberschöneweide
Firlstraße 16
12459 Berlin
Tel.: 030/535 31 55
Di.: 15:00 – 18:00 Uhr
Do.: 9:00 – 12:00 Uhr

Johannisthal
Sterndamm 90
12487 Berlin
Tel.: 030/636 13 48
Di.: 10:00 – 13:00 Uhr
Fr.: 15:00 – 18:00 Uhr

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Haydn: Schöpfung

Kantorei Johannisthal - Joseph Haydn: Die Schöpfung. Sonntag, 16. Oktober 2022, 17 Uhr Christuskirche Berlin-Oberschöneweide

Seit ihrer Entstehung gehört „Die Schöpfung“ zu den beliebtesten und am meisten gespielten Oratorien in ganz Europa und der christlich geprägten Welt. Sie gilt bis heute als ein Schlüsselwerk dieses Genres. Im 19. Jahrhundert war sie sogar das am meisten aufgeführte Oratorium in Deutschland. Die Begeisterung für dieses Werk hält bis heute an und wird weiterhin die Menschen erfreuen und in Erstaunen versetzen. Dieses Werk soll uns aber auch Mahnung sein, mit dieser so schönen Welt sorgsam umzugehen und Demut vor der Schöpfung zu haben.

Haydn dirigiert 1799 die Uraufführung, die gesamte Hautevolee Wiens ist anwesend. Am Flügel sitzt der kaiserliche Hofkapellmeister Antonio Salieri. Der Jubel ist riesig und „Die Schöpfung“ tritt ihren großen Siegeszug an.

Über weite Teile folgt das Oratorium dem biblischen Schöpfungsbericht, wie er im 1. Buch Mose überliefert ist. Ergänzt wird dieser durch freie Dichtungen und Zitate aus den Psalmen der Bibel.
Ein ganz und gar eigenwilliges und einmaliges Stück ist die Ouvertüre, betitelt:

Das Chaos!

Ein Kritiker der Berliner Erstaufführung schreibt 1801: „Ein Wunder!! Ein ungeheurer Unisonus aller Instrumente, gleich einem licht- und formlosen Klumpen, stellt sich die Imagination dar. Aus ihm gehen einzelne Töne hervor, die neue gebären. Es entspinnen sich Formen und Figuren, ohne Faden und Ordnung, die wieder verschwinden, um in anderer Gestalt wieder zu  erscheinen. Mächtige Massen reiben sich aneinander und bringen Gärung hervor, die sich hier und dort in Harmonie auflöst und in neuen Dunkel versinkt….Es ist Nacht!“

Nun folgt:

„Im Anfange schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war ohne Form und leer, und Finsternis war auf der Fläche der Tiefe. Und der Geist Gottes schwebte auf der Fläche der Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht.“

Und jetzt folgt eine der bekanntesten Stellen der gesamten Musikgeschichte:

Und es ward LICHT!!!

Nach Berichten soll diese Stelle die Wiener Bevölkerung geradezu von den Bänken gerissen haben.

Die drei Erzengel Gabriel, Uriel und Raffael berichten die Schöpfungsgeschichte, unterstützt werden sie vom Chor, den Haydn besonders viel in Erscheinung treten lässt.

Das Oratorium ist dreigeteilt. Im ersten Teil hören wir von der Erschaffung der Urwelt (mit Gewittern, Hagel, Schnee, Meer, Sonne, Mond, Sternen). Im zweiten Teil sind wir Zeuge der Erschaffung der Lebewesen (Tiger, Löwe, Hirsch, Mücken, Vögel…) und im dritten Teil entsteht, als Krönung der Schöpfung „Mit Würd und Hoheit angetan, der Mensch!“

Viele Chorstücke und Arien haben im besten Sinne „Ohrwurmcharakter“. Haydn verstand es, wie nur Wenige, schönste Melodien zu ersinnen. Immer wieder und jeweils am Schluss eines Teils wird ein gewaltiger Lobpreis Gottes gesungen, teilweise sogar Chor, Solisten und das gesamte Orchester gemeinsam.

Haydn selbst war von der Komposition an der Schöpfung tief ergriffen: „Ich war auch nie so fromm, als während der Zeit, da ich an der Schöpfung arbeitete; täglich fiel ich auf die Knie nieder und bat Gott, dass er mir die Kraft zur glücklichen Ausführung dieses Werkes verleihen möchte.“

Die Kantorei Johannisthal hat nach der langen Coronazeit mit Begeisterung dieses Werk einstudiert. Zusammen mit Solisten und großem Orchester wird die Aufführung am 16. Oktober um 17 Uhr in der Christuskirche Oberschöneweide stattfinden. Es wird ein großes Ereignis werden! Ich lade ganz herzlich dazu ein!

Martin Fehlandt

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W.A. Mozart: Große Messe c-Moll

Unvollendet

Und doch: die Missa c-Moll, KV 427, gilt als größte Messkomposition zwischen Bachs h-Moll-Messe und Beethovens Missa solemnis.

In diesem Werk stellt Mozart sein gesamtes kompositorisches Können unter Beweis. Höchste kontrapunktische Meisterschaft in den (teilweise sogar doppelchörigen) Chören steht neben hochvirtuosen Arien, Duetten, Terzetten und Quartetten der Solisten.

Wie auch beim Requiem gibt es mehrere gelungene Versuche, diesen grandiosen Torso zu vollenden und der Praxis zugänglich zu machen. In diesem Konzert erklingt die Rekonstruktion und Ergänzung durch Helmut Eder, die nach neuesten Erkenntnissen erfolgt ist.

Lassen Sie sich mitnehmen, begeistern und erfüllen von einem der grössten Werke der Musikgeschichte!

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Konzert zum Ewigkeitssonntag

25. November 2018
um 17:00 Uhr
in der Kirche Johannisthal

Am 25. November diesen Jahres begehen wir den Totensonntag. Im Gedenken an unsere Verstorbenen und der Hoffnung auf das ewige Leben, heißt er für uns Christen: Ewigkeitssonntag.

Immer wieder machen sich Künstler daran, Unsagbares in Worte, Bilder oder Musik zu formen. Ganz alte Texte sind biblische Psalmen, die sich mit diesem Thema befassen. Es sind wunderbare Texte, die wir zumeist in der Übersetzung Martin Luthers kennen.

Der Psalm 84 ist besonders schön:

„Wie lieb sind mir Deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn…“

Die Johannisthaler Kantorei wird, gemeinsam mit Solisten und Instrumenten, v.a. diesen Psalm in verschiedensten Vertonungen von H. Schütz, J, Brahms, J. Rheinberger und anderen zu Gehör bringen. Dazu wird besonders herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei, um eine Spende zur Durchführung von Kirchenmusiken in unserer Gemeinde wird gebeten.

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Dieses ist ein Termin, den wir uns vormerken sollten!

Die Kantorei Johannisthal (Leitung: Martin Fehlandt) wird gemeinsam mit der Rixdorfer Kantorei (Leitung: Anke Mayer) und den Solisten Kathrin Ziegler, Ines Muschka, Ralph Eschrig, Martin Schubach, sowie dem Orchester „Camerata instrumentale“ ein besonderes Konzert geben.

1809 ist das Jahr, in dem Felix Mendelssohn-Bartholdy geboren wurde und in dem Joseph Haydn starb. Mit nur 20 Jahren schrieb Mendelssohn eines der schönsten kirchen-musikalischen Werke der Romantik, die Vertonung des 42. Psalms „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir!“ Mendelssohn selbst bekannte, dass es eins der besten Sachen sei, die er komponiert hatte. Ein wahrer Ohrenschmaus!

Joseph Haydn steht immer etwas im Schatten der anderen beiden großen Klassiker, Mozart und Beethoven. Dass er so etwas nicht verdient hat, zeigt uns deutlich seine Messe in d-Moll, die sogenannte „Nelsonmesse“. Sie hat ihren Namen bekommen, als sie zum Besuch des Lord Nelson beim Fürsten in Esterhazy, Haydns Brotherren, aufgeführt wurde. Haydn selbst hat ihr den Namen „In Angustiis“ gegeben, in „Zeit der Bedrängnis“. In dieser Messe zieht er alle Register seines Könnens. Zwischen seinen beiden großen Oratorien, der Schöpfung“ und den „Jahreszeiten“ geschrieben, stellt es einen der reifsten kirchenmusikalischen Werke der Klassik überhaupt dar und ist wohl Haydns bekannteste Messe. Vom Aufschrei über tiefempfundene, innige Melodien bis hin zu virtuosen Arien und Chorfugen, ist eine riesige Bandbreite der Haydnschen Musik zu erleben.

Lassen Sie sich berühren von zwei wunderbaren Werken, die nicht so oft auf den Programmen der großen Konzerte stehen, es aber mehr als verdient haben. Ich lade dazu ganz herzlich ein!

Ihr Martin Fehlandt

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Rezension: Die Johannes-Passion mit der Johannisthaler Kantorei

Was ist das, wenn sich heute eine Kantorei so mit einer über zweitausend Jahre alten Leidensgeschichte verbindet, dass wir sie als aktuelle Wahrheit erleben? Einfühlungsvermögen, eine in und aus sich selbst wirkende zeitlose Kraft, der Genius Joh. Sebastian Bachs, der besondere Geist der Chorgemeinschaft oder alles zugleich? Jedenfalls wurde die überfüllte Christuskirche Berlin-Oberschöne-weide am 9. April 2017 einmal mehr von einem Ereignis berührt, das seinesgleichen sucht. Dabei war es – wie gewohnt – der einzigartige Musiziergeist des Chores „unter“ Martin Fehlandt, der das gesamte Ensemble zu inspirieren vermochte:

Zunächst Ralph Eschrig von der Deutschen Oper Berlin (Tenor), der den anspruchsvollen Part des Evangelisten ausdrucksreich und mit großer Intensität zu meistern wusste. Dann den vielseitig erfahrenen Matthias Jahrmärker vom Landestheater Eisenach, dessen beseelter entspannter Bariton für die Rolle des Jesus wie geschaffen ist. Hernach den bewährten Martin Schubach, der mit seinem gesunden kraftvollen Bass eindrucksvoll die Pilatus-Rolle „spielte“, aber auch die namhafte Ines Muschka (Alt) mit ihren gesangstechnisch ausgereiften wohltuenden Ruhepunkten. Doerthe Maria Sandmann musste sich leider im letzten Moment von Johanna Krumin vertreten lassen, so dass keine ausreichende Probenarbeit der Sopranpartien mehr möglich war – was den zutiefst bewegenden Gesamteindruck jedoch nicht trüben konnte, der immer wieder vom Chor ausging.

Schon die ersten Töne („Herr, unser Herrscher“) offenbarten, dass es sich hier nicht um Konditionierung, sondern um ein gemeinsames Herzensanliegen handelt. Der Chorklang ist so frei, geschlossen und tiefenwirksam zugleich, dass er sofort in die Gänsehaut holt. Keinerlei erzwingende Dominanz des Dirigenten, sondern ein Liebesverhältnis: gemeinsames Schwingen in einem gemeinsamen Geist, farbreich verwoben mit der Camerata Instrumentale Berlin, um damit souverän alle Gipfel affektiver Dramatik zu erreichen, wie sie Bach in keinem anderen Chorwerk so zahl- und formenreich errichtet hat, immer wieder von Chorälen durchsetzt, die in ihrer warm leuchtenden Innigkeit wie höhere Heimkehr erscheinen.

Jeder chorische Aufstieg gelang mit einer eindringlichen Sinnfälligkeit, die restlos überzeugte: sei es die fanatische Suche nach „Jesum von Nazareth…“, das sich bösartig zuspitzende „Bist Du nicht seiner Jünger einer?“, die trotzig-falsche Gewissheit „Wäre dieser nicht ein Übeltäter…“, die eifernde Gesetzestreue „Wir dürfen niemand töten“, die drängende Entscheidung zugunsten eines Mörders „Nicht diesen (Jesus), sondern Barrabam“, das lustvoll spottende „Sei gegrüßet, lieber Judenkönig!“, das sich erbarmungslos (und hochgenial) steigernde „Kreuzige! Kreuzige!“, die Unerbittlichkeit der beiden folgenden Fugen „Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben…“ und „Lässest Du diesen los, so bist Du des Kaisers Freund nicht…“, die abwärts durchkreuzigten Bisse „Weg, weg mit dem…“, das erschrockene „Wohin“ in der Arie „Eilt, ihr angefochtnen Seelen“, die fordernde Beharrlichkeit „Schreibe nicht: der Juden König…“, die als dichtes Lauffeuer dahin eilende Fuge „Lasset uns denn nicht zerteilen…“, der ergreifende Hoffnungsdialog „Mein treuer Heiland, lass dich fragen“ und das tiefe Loslassen im „Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine…“, bevor sich im Schlusschoral endlich Sehnsucht nach Ankunft in einer höheren Wahrheit aussprach, die eine lange anhaltende magische Stille hinterließ, bevor sich innere Freiheit zu gegenseitigem Beifall aller Beteiligten regte, bis der Schlusschoral noch einmal erklang…

Wer die Johannisthaler Kantorei erleben darf, fühlt, dass sich hier etwas vollzieht, was nicht mehr mit den üblichen Maßstäben des Kunstbetriebes messbar ist. Und wenn wir zugleich bedenken, dass es nicht einen einzigen historisch belastbaren Christus-Beweis gibt, nähern wir uns vielleicht der Ahnung, dass sich das „Mysterium von Golgatha“ (Rudolf Steiner) nur in und zwischen uns und möglicherweise auch in solchen Sternstunden ereignen kann.

Was ist das Schönste an einer Rose? – Dass es sie gibt. Und was ist das Schönste an der Johannisthaler Kantorei? Dass sie fühlbares Licht zu sein vermag…

Wolf Bergelt

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„Sein Joch ist sanft, die Last ist leicht …“

Händels „Messias“ mit der Kantorei Johannisthal

Vielleicht ist es gerade diese Textstelle aus dem Matthäus-Evangelium – der im „Messias“ eine ganze Chorfuge gewidmet ist – die am 16. November in der Christuskirche Berlin-Oberschöneweide das christliche Mysterium, die tief bewegende Leistung der Ausführenden, die Zuhörer und den Komponisten auf den Flügeln einer Musik verband, die nach der (ärztlicherseits unerwarteten) Genesung ihres Schöpfers von einem schweren Schlaganfall entstand. Zumindest ist es nicht abwegig, wenn Stefan Zweig literarisch* vermutet, dass dieses „Wunder“ eine starke Kraftquelle bei der Entstehung des „Messias“ gewesen sein muss, den Händel in nur 24 Tagen schuf. Jedenfalls hat jenes Werk selbst die Kraft, das sanfte und dennoch mühevolle Probenjoch nicht nur zur leichten Last, sondern zum erhebenden Erlebnis werden zu lassen, wenn der Begeisterungsfunke zwischen Chorleiter (Martin Fehlandt) und Ensemble – wie hier geschehen – auch auf die Hörer überspringt.
Die Aufführung war vom ersten Takt an von einer gemeinsamen Hingabe geprägt, die an Intensität nichts zu wünschen übrig ließ und zu einer Gesamtleistung führte, die einen Markstein im Konzertleben der Christuskirche, aber auch der Johannisthaler Kantorei darstellt, mit der Martin Fehlandt seit Jahren ein klingendes Lebenswerk zum Erlebniswerk formt. Dabei zeigte sich einmal mehr, mit welcher opernversierten Direktheit Händel Affekte in klang-rethorische Gestik umzusetzen wusste und das Publikum heute wie damals zu erreichen vermag, wobei er sich hier einer bewährten Dramaturgie aus solistischen Elementen (Rezitative, Arien und Ariosos), Chören und in diesen zuweilen auch sinnfälliger Tempowechsel sowie eines (Charles Jennens zugeschriebenen) Librettos bediente, das auf Bibelstellen zurückgeht und intentional so passend gewesen sein mag, dass jeder Part zu einem Wurf geriet, der an Ausdruckskraft und Schönheit seinesgleichen sucht, was von allen Mitwirkenden überzeugend und vielfach großartig vermittelt werden konnte.
Dazu haben sowohl der gediegene Musiziergeist der Camerata Instrumentale Berlin, als auch die hohe Gesangskultur von Doerthe Maria Sandmann (Sopran) und Ines Muschka (Alt), die eindrucksvollen Stimmen von Christoph Leonhardt (Tenor) und Martin Schubach (Bass) und nicht zuletzt das hinreißende Zusammenspiel von Chor- und Dirigentenleistung beigetragen, die im Detail zu würdigen hier leider unterbleiben muss.
Welche Wirkung diese überkonfessionelle Sprache entfalten kann, wenn sie so gesprochen wird, wurde nach dem Schlusston offenbar, als der Beifall spontan in einen Begeisterungssturm überging, wie er sonst in diesem Metier in Kirchen kaum zu finden ist. Sind es nicht immer solche Augen- bzw. Ohrenherzblicke gewesen, die verhärtete Fronten aufzulösen vermochten, wo kein anderes Mittel mehr half? Und ist es naiv oder christlich, zu fragen, ob es nicht besser wäre, alle Rüstungsmittel für Chöre auszugeben, um weltweit den Frieden zu ersingen, wo man jetzt Kriegstrommeln rührt?

Wolf Bergelt
(* Stefan Zweig, Georg Friedrich Händels Auferstehung, in: Sternstunden der Menschheit)